Camperausbau Peugeot Boxer – Rückbau, Boden und Dämmung

Camperausbau Peugeot Boxer – Rückbau, Boden und Dämmung

27 August, 2025

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Camperausbau Peugeot Boxer – Rückbau und Boden

Nachdem die Entscheidung für den Peugeot Boxer L3H2 gefallen war, stand der erste große Arbeitsschritt an: der Rückbau. Bevor etwas Neues hinein kann, muss das Alte raus – konsequent und gründlich. In meinem Fall bedeutete das: Trennwand ausbauen, das Regal entfernen und den Boden herausnehmen, um ihn anschließend schlank und stabil neu aufzubauen. Hier zeige ich, wie ich vorgegangen bin, welche Entscheidungen ich getroffen habe und was ich beim nächsten Mal an einer Stelle minimal anders machen würde.

Trennwand und Regal entfernen

Der Boxer kam als klassisches Nutzfahrzeug: Im Laderaum war ein Regal verbaut, und eine massive Trennwand trennte Fahrerhaus und Ladebereich. Das Regal ließ sich ohne große Überraschungen ausbauen. Die Trennwand war eine andere Hausnummer: schwer, stabil und fest verschraubt. Wie viele andere habe ich zuerst versucht, sie weiterzuverkaufen – ohne Erfolg. Am Ende landete sie auf dem Müllplatz. Das ist nicht schön, zeigt aber: Nicht jedes Teil lässt sich sinnvoll zweitverwerten. Für das Regal aus alten Schaltafeln bekam ich aber immerhin noch 50€.

Fahrgeräusche ohne Trennwand

Was man gerne unterschätzt: Ohne Trennwand wird der Kastenwagen enorm laut. Man sitzt plötzlich in einem Resonanzkörper aus blankem Blech. Schon kurze Strecken sind unangenehm, längere Fahrten kaum denkbar. Als Provisorium habe ich eine dicke Decke hinter die Sitze gespannt und die Radkästen zusätzlich mit Decken abgedeckt. So ließ sich das Fahrzeug überhaupt erst über hunderte Kilometer bewegen. Spätestens hier war mir klar: Eine durchdachte Geräusch- und Wärmedämmung ist kein Luxus, sondern Basis für Fahrkomfort. (Die Wand-/Decken­dämmung behandle ich in einem eigenen Artikel.)

Boden herausnehmen, reinigen und vorbereiten

Im Fahrzeug lag bereits ein robuster Sortimo-Sperrholzboden mit Kunststoffbeschichtung. Ich habe ihn herausgenommen, gründlich gereinigt und für den erneuten Einbau vorbereitet. Das spart nicht nur Geld, sondern hat zwei weitere Vorteile: Erstens passt die Platte ab Werk perfekt zur Bodengeometrie. Zweitens konnte ich die originalen Befestigungspunkte beibehalten und später zum Verzurren von Gurten nutzen. Dieses Detail hat sich in der Praxis als extrem hilfreich erwiesen – sei es beim Fixieren von Bauteilen während des Ausbaus oder beim Sichern von Ladung.

XPS-Platten als schlanker Unterbau

Unter den Sortimo-Boden habe ich 2 cm starke XPS-Platten gelegt. Viele Selbstausbauer setzen an dieser Stelle auf Armaflex oder auf eine Lattenkonstruktion. Beides funktioniert – ich habe mich aus mehreren Gründen für XPS entschieden:

  • Durchgängige Dämmschicht: Im Gegensatz zu einem Lattenaufbau wird die Dämmung nicht durch Holzleisten unterbrochen. Das reduziert Wärmebrücken und sorgt für ein homogenes, ruhiges Gefühl beim Gehen.
  • Schneller Einbau: Platten zuschneiden, punktweise verkleben, fertig. Kein Ausrichten und Verschrauben einer Lattung.
  • Gewichtsvorteil: XPS ist deutlich leichter als eine klassische Holzunterkonstruktion – jedes eingesparte Kilo zahlt auf Zuladung und Fahrkomfort ein.
  • Flache Aufbauhöhe: 2 cm tragen wenig auf. Das war mir wichtig, weil wir später ein drittes Bett integrieren wollten und jeder Zentimeter Innenhöhe zählt.

Die XPS-Platten habe ich punktweise verklebt, damit sie nicht verrutschen. Eine vollflächige Verklebung war nicht nötig. Darauf kam der gereinigte Sortimo-Boden zurück. Das Ergebnis: ein stabiler, leichter und ausreichend gedämmter Bodenaufbau, der bis heute unauffällig seinen Dienst tut. 

Kleine Schwachstelle am Seiteneinstieg – so würde ich es heute machen

Eine Stelle hat sich im Alltag als optimierbar gezeigt: der Seiteneinstieg. Hier wird der Boden stark punktuell belastet, und man merkt, dass sich XPS dort etwas zusammendrückt. Würde ich den Boden noch einmal bauen, würde ich in diesem Bereich unterfütternde Holzleisten einsetzen (nur dort, nicht flächig), um die Last sauber in die Karosse einzuleiten. An allen anderen Stellen zeigt das System keine Nachgiebigkeit; der Aufbau ist absolut solide.

Alternative: Bodenplatte bei Wohnmobile Heinrich

Ein Tipp, falls im Fahrzeug kein Sortimo-Boden vorhanden ist oder man sich schlicht Arbeit sparen möchte: Bei Wohnmobile Heinrich gibt es eine Bodenplatte, die vor Ort direkt eingebaut und eingeschäumt wird. Das ist eine sehr einfache, günstige und schnelle Lösung, für die ich mich entschieden hätte, wenn bei mir nicht bereits die Sortimo-Platte vorhanden gewesen wäre.

Transparenz-Hinweis: Ich habe keine Kooperation mit dieser Firma. Der Hinweis ist rein als praktischer Tipp für andere gedacht, die eine unkomplizierte Bodenlösung suchen.

Fazit: Rückbau & Boden

Der Rückbau ist die Basis für alles Weitere. Erst wenn Trennwand, Regal und alter Boden draußen sind, entsteht der Raum, in dem der Ausbau sinnvoll geplant und umgesetzt werden kann. Für meinen Bodenaufbau hat sich die Kombination aus XPS (2 cm) und der wiederverwendeten Sortimo-Platte als ideal erwiesen: leicht, schnell, durchgängig gedämmt und stabil. Lediglich am Seiteneinstieg würde ich künftig mit einer Holzleiste gezielt nachverstärken.

Tipps zum Rückbau & Boden
  • Trennwand früh entfernen – aber mit massiv mehr Fahrgeräusch rechnen; provisorisch mit Decken dämpfen.
  • Sortimo-Boden wiederverwenden (falls vorhanden): perfekte Passform, spart Geld und Zeit.
  • XPS statt Lattung: durchgängige Dämmung ohne Wärmebrücken, schneller Einbau, deutlich weniger Gewicht.
  • Punktweise verkleben reicht für XPS – vollflächig ist meist nicht nötig.
  • Seiteneinstieg verstärken: lokal mit Holzleisten unterfüttern, um Druckstellen zu vermeiden.
  • Alternative ohne Sortimo: vor Ort eingeschäumte Bodenplatte bei Wohnmobile Heinrich – einfach, günstig, schnell (kein Sponsoring).
  • Originale Befestigungspunkte erhalten und als Zurrpunkte weiter nutzen.

Im nächsten Beitrag der Reihe geht es um Gurtbock & Sitzplätze – warum ich mich für eine Lösung von Reikon entschieden habe, wie der Einbau bei Wohnmobile Heinrich in Zeilingen ablief und wieso ich dort gleich Polster und Verkleidung mitgenommen habe, um Zeit zu sparen.

Andreas Janisch

Engineering leader at a pre-IPO startup